Die Corona-Pandemie in Deutschland – Rückfall im Juni

Die Corona-Pandemie ist in Deutschland keineswegs überwunden. Nachdem sich im Mai sowohl in Berlin als auch in Deutschland die Zahlen der durch Test bestätigten Neuinfektionsfälle sehr positiv entwickelt hatten, hat es im Juni einen Rückfall gegeben. Berlin hat daran wesentlichen Anteil. Allerdings, anders als im März/April waren die Neuinfektionen nicht flächendeckend zu verzeichnen, sondern konzentrierten sich zumeist auf Hotspots. So musste in Berlin-Neukölln ein mehrere Häuserblöcke unter Quarantäne gestellt werden, das gleiche in Göttingen. Ebenfalls ein Hotspot war der massenhafte Ausbruch von Corona-Infektionen im Schlacht- und Zerlegebetrieb von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück, wo mehr als 1500 Infektionsfälle durch Test bestätigt wurden. Ich berichtete darüber.

Leichtsinn im Umgang mit den Infektionsrisiken ist also nach wie vor völlig fehl am Platze. Und mir graust es angesichts der Tatsache, dass beispielsweise in der Berliner S- und U-Bahn ca. 1/5 der Fahrgäste das Tragen der Mund- und Nasenschutzmaske verweigern. Allerdings – so scheint es zumindestens – spielen die Corona-Virus-Übertragungen in den öffentlichen Verkehrsmitteln offenbar kaum eine Rolle. Vielmehr sind es prekäre Wohn- und Arbeitssituationen, die zu einem erhöhten Infektionsrisiko führen.

Angesichts der nach wie vor hohen Infektionsrisiken und der oft schwerwiegenden Krankheitsverläufe ist es absolut unverantwortlich, die nach wie vor geltenden Schutzregeln (Schutzmaskenpflicht, Mindestabstand, Vermeidung größerer Menschenansammlungen) zu ignorieren oder sogar noch dagegen in der Öffentlichkeit zu polemisieren.

Wenn ich das äußere, werde ich manchmal von solchen Leuten gefragt, ob ich irgendjemanden kenne, den es erwischt hat. Ja, ich kenne jemanden. Und den hat es richtig schwer erwischt. Er liegt seit der 3. Märzdekade im Krankenhaus, war wochenlang im künstlichen Koma und hat jetzt, da das Corona-Virus schwerwiegende Schäden in seinem Körper angerichtet hat, noch mehrere Operationen vor sich. Es sieht glücklicherweise derzeit so aus, als könnte er überleben. Aber eine solche Erfahrung geht an niemandem spurlos vorüber. Wenn ich ihn – vielleicht in ein paar Monaten – wieder sehen kann, wird er ein anderer Mensch sein, als er es bisher war.

Und hier nun die aktuellen Säulendiagramme der Wochen-Neuinfektionen von Berlin und Deutschland, basierend auf den Zahlen der Senatsgesundheitsverwaltung und des Robert-Koch-Instituts von heute früh (05.07.2020). Der Rückfall spiegelt sich in den Zahlen wider.

Im übrigen können wir uns in Deutschland, wie auch in vielen anderen europäischen Ländern, glücklich schätzen, dass die verantwortlichen Bundes- und Landespolitiker in den vergangenen Monaten überwiegend richtig gehandelt haben und wir deswegen die Corona-Pandemie einigermaßen im Griff haben. Dabei haben sie sich – und das ist ihnen hoch anzurechnen – von kompetenten Fachleuten (Virologen und anderen Medizinern) beraten lassen. Natürlich hat es auch Fehler gegeben, aber überwiegend bleibt ein positiver Eindruck der Politik.

Ganz anders sieht es in einigen anderen Ländern aus, allen voran die USA und Brasilien. In den USA gibt es mehr als 2,8 Millionen bestätigte Infektionsfälle (8,2 je 1000 Einwohner), und der Trend weist immer noch steil nach oben. In Brasilien sind es derzeit mehr als 1,5 Millionen bestätigte Infektionsfälle (7,2 je 1000 Einwohner), auch dort weist der Trend steil nach oben. Das beweist die verantwortungslose Politik der jeweiligen Machthaber Trump und Bolsonaro.

Zum Vergleich: In Deutschland ist der aktuelle Stand der Corona-Infektionsfälle bei knapp 200 000 (2,4 je 1000 Einwohner)

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Corona-Skandal in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück

In dem Schlacht- und Zerlegebetrieb der Tönnies-Holding in Rheda-Wiedenbrück in der Nähe von Bielefeld hat es in den vergangenen Tagen einen Massenausbruch von Corona-Infektionen gegeben. Nach Stand von gestern Abend sollen etwas mehr als 1020 Mitarbeiter Corona-positiv getestet worden sein. Nach den Ausbrüchen bei Westfleisch in Dissen und Coesfeld im Mai (hier: Beispiel 1 und Beispiel 5) ist nun also ein zweiter deutscher Fleischkonzern wegen einer Corona-Katastrophe in die Negativ-Schlagzeilen geraten. Geschäftsführender Gesellschafter ist ein alter Bekannter: Clemens Tönnies. Er war am 01.08.2019 durch eine zutiefst rassistische Äußerung in der Öffentlichkeit aufgefallen, ich berichtete davon. Es handelt sich dabei um genau jenen Clemens Tönnies, der Vorsitzender des Aufsichtsrates des FC Schalke 04 ist.

Die Beispiele Westfleisch und Tönnies zeigen, dass in unserer deutschen Fleischindustrie sehr vieles im Argen liegt:

  • Viele der Beschäftigten arbeiten – von dubiosen Arbeitskräftevermittlern angestellt – unter den Bedingungen von Werksverträgen.
  • Viele der Beschäftigten sind Billigarbeitkräfte, z. B. aus Südosteuropa.
  • Viele dieser Arbeitskräfte arbeiten in Extremakkord, zu viel zu geringen Löhnen.
  • Viele dieser Arbeitskräfte werden in Massenunterkünften zusammengepfercht, wo sie weder persönliche Entfaltung genießen, Privatsphäre haben noch die Corona-bedingten Abstands- und Hygieneregeln einhalten können.
  • Auch an den Arbeitsplätzen können die Abstandsregeln nicht eingehalten werden.

Und das alles, damit wir 1 kg Schnitzel für nur 5 Euro kaufen können.

Zwar wurde das Werk in Rheda-Wiedenbrück vorübergehend von den Behörden geschlossen, doch es darf davon ausgegangen werden, dass zahlreiche Fleischprodukte, die von Tönnies in den letzten Tagen ausgeliefert wurden, mit dem Corona-Virus infiziert sind. Das Virus ist zwar nach wenigen Tagen Lagerung vor dem Verzehr inaktiv. Bei Frischfleisch wird es durch Durcherhitzen in jedem Falle inaktiv. Aber der Gedanke, man könnte sich an Rohwursterzeugnissen, wie z. B. an Zwiebelmettwurst, aus dem Hause Tönnies infizieren, lässt mich erschaudern.

Die Tönnies Holding ist übrigens in der Vergangenheit wiederholt durch äußerst fragwürdige Machenschaften aufgefallen (siehe Wikipedia-Artikel):

  • Manipulation von Waagen
  • Flächendeckende Video-Überwachung der Mitarbeiter
  • Schmiergeldzahlungen an Tönnies und Steuerhinterziehung durch Subunternehmer
  • Bei der Tönnies-Tochter Zur Mühlen Gruppe wurde versucht, gewerkschaftliche Strukturen zu zerschlagen. Die gewerkschaftliche Organisation von Arbeitnehmern gehört zu den Grundrechten in Deutschland.
  • Rassistische Äußerung von Clemens Tönnies über Afrikaner am 01.08.2019
  • Jetzt also der Corona-Skandal unter Verletzung des Infektionsschutzgesetzes.

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Die Corona-App und das Risiko Bluetooth

Ja, eine Corona-App soll demnächst veröffentlicht werden. Zweck dieser App ist es, dass jeder Benutzer benachrichtigt werden kann, wenn er eine längere Begegnung mit einem anderen, Corona-positiv getesteten Benutzer Kontakt hatte bzw. sich in dessen Nähe aufhielt. Eine ganz nützliche App, könnte man meinen. Sie erleichtert in jedem Falle die Nachverfolgung und Unterbrechung von Infektionsketten.

Voraussetzung für das Funktionieren sind:

  • dass möglichst viele Handy-Benutzer die App installieren (mindestens 60 … 70 % der Bevölkerung)
  • dass diese Benutzer diese Corona-App auch ständig aktiv halten
  • dass diese Benutzer auch ständig ihre Bluetooth-Schnittstelle am Handy eingeschaltet lassen

Und genau das ist der kritische Punkt.

Die Bluetooth-Schnittstelle ist, wie jede andere Schnittstelle auch, ein potentielles Sicherheitsrisiko, insbesondere wenn sie

  • dauerhaft eingeschaltet ist
  • der Benutzer von vielen anderen Menschen mit vielen anderen Handys mit eingeschalteter Bluetooth-Schnittstelle umgeben ist.

Machen wir uns nichts vor: Sobald die App im Umlauf ist, werden Hacker Schadsoftware in Umlauf bringen, um genau dieses Einfallstor für ihr düsteres Treiben zu missbrauchen. Und die meisten von uns Handy-Nutzern werden das nicht oder erst nach längerer Zeit bemerken. So könnten auf diesem Wege z. B.

  • private Daten geklaut werden (Adressbücher, SMS, E-Mails, Dateien aller Art)
  • Viren installiert werden
  • Geldtransaktionen manipuliert werden
  • Telefonate mitgehört werden (z. B. wenn ein Bluetooth-Headset benutzt wird
  • usw.

Natürlich gibt es Schutzmöglichkeiten. Aber außer dem Abschalten der Bluetooth-Schnittstelle gibt es keine solche, die nicht doch ein paar Lücken aufweist. Und nur sehr versierte Handy-Benutzer sind evtl. in der Lage, diese Lücken ausfindig zu machen und etwas dagegen zu tun.

Die großen Propagierer dieser App in der Politik erwähnen mit keinem einzigen Wort, dass es diese Risiken gibt. Man schwärmt nur immer von den riesigen Möglichkeiten, die diese App bei der Eindämmung der Corona-Pandemie bieten soll.

Ich werde diese App auf gar keinen Fall installieren, genauso wie ich meine Bluetooth-Schnittstelle ständig ausgeschaltet lasse, es sei denn, ich will mit einem mir gehörigen Gerät, wie z. B. meiner Uhr, Daten austauschen. Ich bin unter keinen Umständen bereit, die o. g. Sicherheitsrisiken auf mich zu nehmen.

Webseiten zum Thema:

https://www.it-daily.net/it-sicherheit/cyber-defence/24428-die-top-5-sicherheitsluecken-in-bluetooth

https://www.inside-digital.de/ratgeber/bluetooth-erklaert

https://entwickler.de/online/security/bluetooth-sicherheit-579874978.html

 

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Der Fall George Floyd und Donald Trumps Verhältnis zu Menschenrechten

Offenbar am 28.05.2020 soll der Schwarz-Amerikaner George Floyd angeblich in einem Supermarkt versucht haben, mit einer gefälschten 20-Dollar-Banknote zu bezahlen. Eine Straftat, die überall auf der Welt strafrechtlich verfolgt wird.

Einer der herbei gerufenen Polizisten kniete acht Minuten lang auf Floyds Nacken, in Folge dessen dieser verstarb. Todesursache war nach einer zweiten, von der Polizei unabhängigen Obduktion „Herz-Kreislauf-Versagen infolge des Drucks in den Nacken“. Das heißt, der Polizeibeamte hat durch sein Verhalten den Tod Floyds verursacht und billigend in Kauf genommen.

Rechtfertigt der Versuch, mit einer 20-Dollar-Blüte zu bezahlen, die Tötung eines Straftäters ? Ganz sicher nicht.

Man mag darüber denken, was man will, aber zutiefst rassistische Gefühle bei dem Polizeibeamten sind sehr naheliegend.

Dieser neuerliche Mord eines Polizeibeamten an einem dunkelhäutigen Amerikaner hat natürlich große Unruhen in den USA ausgelöst, für die ich – zumindest solange sie friedlich verlaufen – uneingeschränktes Verständnis habe. Und ich habe auch Mitgefühl mit jenen mehr als 13 % Amerikanern mit dunkler Hautfarbe, die um einen der Ihren trauern und die völlig zu Recht gegen diese brutale Polizeigewalt protestieren.

Und wie reagiert der Präsident aller Amerikaner, Donald Trump ?

Statt den Schwarz-Amerikanern sein Bedauern und Mitleid auszusprechen und schlichtend einzugreifen, droht er den Einsatz des Militärs gegen die protestierenden Schwarz-Amerikaner an. Wie immer: Er vereint Amerika nicht, nein er spaltet es. Und provoziert damit die Aufheizung der Situation. Was für ein übler Kriegstreiber und Rassist !

Aber es ist mal wieder eine ideale Gelegenheit für Trump, um von seinem persönlichen Versagen als US-Präsident bei der Eindämmung der Corona-Pandemie in den USA abzulenken.

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Richie Blackmore ist 75 geworden

Leider komme ich etwas aus dem Mustopp. Doch für einen Glückwunsch ist es nie zu spät.

Richie Blackmore, der Gitarren-Virtuose von Deep Purple, ist am 14. April 2020 75 Jahre alt geworden.

Herzlichen Glückwunsch !

Er ist in zu einer Zeit geboren, da sein Land, das Vereinigte Königreich von Großbritanien und Nordirland, zusammen mit den anderen Alliierten kurz vor der endgültigen Zerschlagung der Nazi-Diktatur in Deutschland stand.

Blackmore wurde als Gitarrist der britischen Hardrockband Deep Purple weltweit berühmt und hatte wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Hardrock Ende der 60’er bis Mitte der 70’er Jahre als neue progressive Stil-Richtung der Rockmusik.

1975 trennte er sich von Deep Purple und gründete seine eigene Band Rainbow. Von 1984 bis 1992 war zum zweiten Male Mitglied von Deep Purple.

Blackmore ist ohne jeden Zweifel einer der besten Gitarristen der Welt, sowohl was seine Kreativität als auch seine handwerklichen Fähigkeiten beim Spielen der Gitarren anbelangt. Hieraus resultierend ist er für viele Rockgitarristen weltweit zum künstlerischen Vorbild geworden.

Titel wie „Highway Star“ , „Child in Time“ , „Burn“ und „Light in the Black“ sind untrennbar mit seinem Namen verbunden.

Ich wünsche Dir lieber Richie, noch viele Jahre Gesundheit und einen erfüllten Lebensabend mit – natürlich – Musik 🙂

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Corana-Pandemie in Deutschland keineswegs überwunden

Ergänzung vom 02.06.2020

Offenbar am 23./24.05.2020 haben sich in Göttingen bei privaten Feiern mindestens 80 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Es wird berichtet, dass

  • am 26.05.2020 die ersten Infektionsfälle festgestellt wurden
  • am 31.05. die zuständigen Behörden dabei waren, die beteiligten Kontaktpersonen zu identifizieren.

Corona-Ausbruch in Göttingen: 310 Personen identifiziert (Mitteldeutsche Zeitung)

Göttingen: Schon 80 Infizierte – Quarantäne-Brechern droht jetzt Einweisung (Focus-Online)

Ursprünglicher Artikel vom 23.05.2020

Die Corona-Neuinfektionszahlen für Deutschland, die vom Robert-Koch-Institut täglich aktualisiert werden, lassen eine deutliche Entspannung des Infektionsgeschehens erkennen. Jedoch haben die letzten Tage gezeigt, dass es nach wie vor Infektionsereignisse gibt, bei denen an einem Ort eine größere Anzahl Menschen mit dem Corona-Virus neu infiziert werden.

Beispiel 1:

Bei der Firma Westfleisch in Dissen werden erst am 19.05.2020 92 Mitarbeiter mit Corona-Infektion festgestellt und am 22.05.2020 weitere 54 Mitarbeiter. Es ist der zweite Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb des Westfleisch-Konzerns, nach Coesfeld (siehe Beispiel 5).

Dissen: Kritik und Proteste nach Coronainfektionen (NDR 1 Niedersachsen)

Dissen: 54 neue Corona-Fälle bei Westcrown (NDR 1 Niedersachsen)

Beispiel 2:

In Rostock muss das unter maltesischer Flagge fahrende Frachtschiff „Kaie“ vorerst im Hafen verbleiben. Die gesamte Mannschaft soll positiv gestestet worden sein.

Corona-Infektionen: Frachtschiff bleibt in Rostock (NDR 1 Radio MV)

Beispiel 3:

In einem Restaurant in Moormerland (Kreis Leer) infizierten sich mindestens 10 Menschen bei einer geschlossenen Veranstaltung, darunter der Gastwirt.

Kreis Leer: Corona-Regeln in Restaurant missachtet? (NDR 1 Niedersachsen)

Corona-Ausbruch in Lokal: Betreiber droht Strafe (Hallo Niedersachsen)

Beispiel 4:

In einer Baptistengemeinde in Frankfurt/Main infizierten sich mehr als 40 Gottesdienstbesucher. Dieser Vorfall soll schon am 10.05.2020 gewesen sein. Es wurden keine Besucherlisten geführt.

Mehr als 40 Gottesdienstbesucher mit Coronavirus infiziert

Beispiel 5:

Coronaausbruch bei Westfleisch in Coesfeld, es sind mindestens 230 Beschäftigte positiv getestet worden.

Corona-Ausbruch in Fleischfabrik – schon 230 Arbeiter positiv getestet (Welt.de)

Coronavirus: Schlachtbetrieb Westfleisch in Coesfeld geschlossen (Stadtspiegel Gelsenkirchen)

Beispiel 6:

Coronaausbruch bei Müller-Fleisch in Birkenfeld bei Pforzheim, es soll „Hunderte“ von Infektionsfällen gegeben haben.

Corona-Ausbruch: Müller-Fleisch beschäftigt Landtag

Beispiel 7:

Coronaausbruch in einem Stützpunkt des Logitik-Unternehmens DPD im Kreis Heinsberg (NRW), mindestens 80 Mitarbeiter positiv getestet

Corona-Ausbruch bei Paketzusteller: Kreis prüft Kontakte

Beispiel 8:

Heinrich-Braun-Klinikum in Zwickau: Eine als gesund entlassene Patientin war doch nicht gesund und steckte andere Patienten und Personal an.

Corona-Ausbruch in Klinik: Zwei Patienten gestorben

Beispiel 9:

Coronaausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft in St. Augustin bei Bonn. 130 Menschen wurden positiv getestet.

Corona-Ausbruch in NRW-Flüchtlingsheim

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Hat die Mannschaft von Hertha BSC Angst vor den eigenen Fans ?

… oder ist es der Labbadia-Effekt, der dazu führte, dass Hertha gestern überzeugend gewann ?

Gestern Abend wurde das Lokalderby Hertha BSC gegen den 1. FC Union Berlin im Berliner Olympia-Stadion ausgetragen. Es war das erste Heimspiel von Hertha nach dem Corona-Lockdown, und das erste Heimspiel vor leeren Rängen.

Beide Manschaften spielten in der Bundesliga bisher auf Augenhöhe, zeitweise hatten sogar die Köpenicker die Nase vorn. Vor allem bei den Heimspielen an der Alten Försterei hatte Union in dieser Saison schon so manchen Favoriten mit einer Pleite nach Hause geschickt (z. B. Borussia Dortmund am 31. 08. 2019, 3:1 für Union; SC Freibug am 19.10., 2:0 für Union (die Freiburger standen zu jener Zeit im Spitzenfeld der Bundesliga); Borussia Mönchegladbach am 23.11.2020, 2:0 für Union).

Ganz anders die Heimbilanz der Hertha:

Aus 13 Heimspielen vor dem Corona-Lockdown hatte Hertha gerade einmal 12 Punkte geholt (3 Siege, 3 Unentschieden). Und bei den Siegen konnte Hertha keineswegs überzeugen. Auswärts war die Bilanz der Herthaner vor dem Corona-Lockdown deutlich besser: 16 Punkte aus 12 Spielen (4 Siege, 4 Unentschieden).

Seit zwei Spieltagen muss die Bundesliga vor leeren Rängen spielen. Und Hertha hat mit Bruno Labbadia in der Corona-Pause einen neuen Trainer verpflichtet. Nun also ein 3:0-Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim und der 4:0-Heimsieg gegen Union. Und dieses Spiel war das bisher einzige, bei dem Hertha zu Hause überzeugen konnte. Woran liegt das ?

Am Fehlen der Zuschauer ? Oder am neuen Trainer ? Oder an beidem ?

Keine Ahnung.

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Frühlingsfotos

Bisher hat sich meine Ausflugstätigkeit in diesem Jahr etwas in Grenzen gehalten, woran auch die aktuelle Corona-Pandemie ihren Anteil hat. Einige Fotoausflüge habe ich schon gemacht, wovon ich hier eine Zusammenfassung geben will.

04.03.2020: Greenwich-Promenade und Tegeler Fließ (Berlin)

Am bemerkenswertesten war das gelungene Foto eines Gimpels am Tegeler Fließ, was mir erstmalig gelungen ist.

08.03.2020: Grunewaldufer entlang der Havel (Berlin)

Erstmals ist mir an diesem Tage ein Foto von einem Schwarzspecht gelungen, wenn auch nur in mäßiger Qualität. Aber sie sind halt ziemlich scheu und lassen einem nicht viel Zeit. Ich war am S-Bahnhof Nikolassee (zu Fuß) gestartet und bin bis zur Heerstraße (Stößenseebrücke) immer entlang des Havelufers gelaufen.

15.03.2020 und 22.03.2020: Halbinsel Stralau (Berlin)

10.04.2020: Tiergarten (Berlin)

Einen Habicht habe ich dieses Mal nur gehört, leider nicht gesehen.

13.04.2020: Neue Mühle (Königs Wusterhausen)

Auf einer längeren Radtour, bei der auch noch mein Fahrradsattel das Zeitliche gesegnet hat ( 🙁 ), habe ich nur ein brauchbares Foto gemacht.

05.05.2020: Karower Teiche

07.05.2020: Prenzlau

In Prenzlau ist vor allem der Bereich am Ufer des Unteruckersees sehr interessant für Vogelbeobachtung. Aber auch der Stadtpark hat einiges zu bieten. Besonders schräg: Eine große Brutkolonie von Saatkrähen. Ein Gezeter, ein Gekrächze ;-). Doch worüber ich mich köstlich amüsieren kann, das ist für die Anwohner durchaus belastend.

Ansonsten war ohne Zweifel die Beobachtung eines Flussuferläufers sehr aufregend 🙂

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Corona-Notbremse – eine Mogelpackung

In Abstimmung mit den Ministerpräsidenten der Länder hat die Bundesregierung eine so genannte Notbremse für die Lockerungen in der Corona-Krise festgelegt. Diese besagt, dass wenn in einem Landkreis (oder einer kreisfreien Stadt) in sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner registriert werden, die Lockerungen teilweise zurück genommen werden müssen. Doch das ist eine Mogelpackung.

Wenn man das mal auf die Einwohnerzahlen hochrechnet kommt man zu dem Ergebnis, dass dieser Wert bundesweit und Berlin-weit auch in der Phase der höchsten Neuinfektionsraten Ende März / Anfang April nie erreicht wurde.

Die Bundesrepublik Deutschland hat laut Wikipedia ca. 83,1 Mill. Einwohner. 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner sind umgerechnet auf die gesamte Einwohnerzahl Deutschlands ca. 41 600 Neuinfektionen. Dieser Wert wurde als Wochenwert in der bisherigen Corona-Pandemie in Deutschland nie erreicht. Die höchste Neuinfektionsrate war mit knapp 36 000 in der 14. Kalenderwoche zu verzeichnen gewesen. In der Kalenderwoche 18 (vom 27.04.2020 bis 03.05.2020) wurden knapp 7 600 Neuinfektionen deutschlandweit registriert. Das sind 9,1 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner.

Berlin hat laut Wikipedia ca. 3,64 Mill. Einwohner. 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner sind umgerechnet auf die gesamte Einwohnerzahl Berlins
ca. 1 820 Neuinfektionen. Auch dieser Wert wurde als Wochenwert in der bisherigen Corona-Pandemie in Berlin nie erreicht. Die höchste Neuinfektionsrate war mit knapp 1 400 in der 13. Kalenderwoche zu verzeichnen gewesen. In der Kalenderwoche 18 (vom 27.04.2020 bis 03.05.2020) wurden 360 Neuinfektionen in Berlin registriert. Das sind 9,9 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner.

Nun gibt es derzeit wohl drei Landkreise, in denen tatsächlich aktuell mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen zu verzeichnen sind. Das sind die Landkreise Greiz, Steinburg und Coesfeld.

Die Gründe hierfür sind unterschiedlich und durch die Behörden der jeweiligen Kreise zu klären. Doch versucht man dort, die vorgegebene Rücknahme von Lockerungen zu umgehen und sucht dabei nach fragwürdigen Rechtfertigungen.

Weitere Links zum Thema:

Ärzte in Gesundheitsämtern kritisieren Corona-Notbremse in welt.de

Gesundheitsämter kritisieren Corona-Notbremse-Kriterium in pharmazeutische-zeitung.de


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Hertha BSC: Skandalöser Umgang mit der Corona-Pandemie

Dieses Video von Salomon Calou, Bundesligaprofi bei Hertha BSC, von ihm auf Facebook veröffentlicht, sorgte für Schlagzeilen. Er filmte, wie er selbst die Sicherheitsregeln für die Corona-Pandemie massiv verletzte und dabei zahlreiche andere Mitglieder der Mannschaft und weitere Verantwortliche des Vereins mit einbezog. Es macht mich absolut sprachlos und löst bei mir 100 % Ablehnung aus.

Das Video zeigt, wie er Henrik Kuchno, Athletik-Trainer, und anschließend Per Skjelbred, Rune Jarstein und Vedad Ibisevic per Handschlag begrüßt. Später, als er zum Coronatest geht, platzt er in den Raum, in dem Physiotherapeut David de Mel gerade einen Abstrich bei Jordan Torunarigha nehmen will, unter Missachtung des Sicherheitsabstandes hinein.

David de Mel trägt nicht die zur Durchführung eines solchen Abstriches erforderliche Schutzkleidung.

„Salomon, bitte lösch das“, hochgeladen bei Youtube von Sport1
„Video von Kalou in der Analyse: Diese Vorgaben wurden missachtet“, hochgeladen bei Youtube von Sport1

Hertha BSC äußert sich in seiner Stellungnahme zu dem Vorfall wie folgt:

„Hertha BSC möchte festhalten, dass dies die Verfehlung eines einzelnen Spielers war.“

Verfehlung eines einzelnen Spielers ? Wenn etliche andere Vereinsmitglieder den Handschlag erwidern ? Wenn der Physiotherapeut nicht die korrekte Schutzausrüstung trägt ?

Ne, bei Hertha BSC liegt in Sachen Corona-Pandemie sehr viel im Argen. Die Verstöße sind meiner Ansicht nach so gravierend, das eigentlich nur ein Ausschluss von Hertha aus den verbleibenden Spielen der Bundesligasaison 2019/2020, was einen sicheren Abstieg von Hertha BSC aus der Bundesliga zur Folge hätte, angemessen ist.

 

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