Puh, noch mal davon gekommen …

10.06.2012

… ist die deutsche Fußball-National-Elf gestern Abend bei dem Vorrundenspiel der Fußball-EM in Lwiw (Ukraine). 1:0 lautete das Ergebnis, durch ein Tor von Mario Gomez. Nicht verdient, sondern ziemlich glücklich war dieser Sieg zweier Mannschaften auf Augenhöhe, die beide nicht ihr volles spielerisches Potential abrufen konnten.

Am überzeugendsten war bei der DFB-Elf noch die Defensive. Sie ließ nur relativ wenige wirklich torgefährliche Aktionen der Portugiesen zu. Vor allem Mats Hummels, Holger Badstuber und Jerome Boateng konnten über weite Strecken überzeugen. Lediglich Philipp Lahm fiel ein bisschen ab. Boateng gar stellte den Star der Portugiesen, Christiano Ronaldo, mehrfach mit fairen Mitteln so überzeugend, dass dieser kaum zum Zuge kam. Nur ein einziges Mal kam der zu einen ernsthaften Torschuss.

Aber in der spielgestaltenden Zone war viel Lehrlauf, nur selten gelangen der Mannschaft solche überzeugenden Angriffszüge, wie sie sie im Herbst 2011 so oft in den Qualifikationsspielen gezeigt hatten, wie z. B. am 02.09.2011 gegen Österreich (6:2 in Gelsenkirchen) oder am 07.10.2011 in der Türkei (3:1, in Istanbul). Das lag sicher daran, dass gleich mehrere Spieler für die Offensive nicht in Bestform antraten. Bastian Schweinsteiger z. B. hatte noch mit den Nachfolgen seiner Verletzung kurz vor der EM zu kämpfen. Mesut Özil und Thomas Müller hatten in anderen Spielen deutlich mehr Ideen als gestern, und auch Lukas Podolski war gestern nur Mittelmaß. So kam es, dass Mario Gomez in der Spitze meist auf sich allein gestellt war. Und er hat hervorragende Vollstreckerqualitäten, benötigt aber eben Unterstützung aus der zweiten Reihe. Die blieb weitgehend aus. Ausgenommen in der 72. Minute: Sami Khedira flankte von rechts hoch in den Strafraum hinein, ein Portugiese fälschte die Flanke noch ab, und so wurde der Ball genau passend auf die Stirn Gomez‘ serviert: 1:0 durch einen wuchtigen und präzise ins rechte Eck platzierten Kopfball.

Allerdings kamen auch die Portugiesen nur relativ selten zu gelungenen Angriffszügen. Ronaldo war bei Boateng in guten Händen, und die übrigen konnten das weitgehende „Abgemeldetsein“ Ihres Stars nicht kompensieren. Zumal eben auch Hummels und Badstuber in vielen Szenen für Ordnung vor dem Tor sorgen konnten. Einmal allerdings brannte es lichterloh: In der 45. Minute, also unmittelbar vor der Halbzeitpause, knallte Pepe nach einem Eckball den Ball an Manuel Neuers Lattenunterkante. Der Ball knallte auf die Linie und sprang dann aus dem Tor heraus – Wembley lässt grüßen. Die Fernsehbilder zeigen aber eindeutig: Kein Tor. Pech für Pepe und die Portugiesen, Glück für Deutschland. In der Schlussphase, als ihnen das Wasser bis zum Halse stand, machten die Portugiesen noch einmal ordentlich Druck und sorgten für reichlich Unruhe im deutschen Strafraum. Aber diese kritische Schlussphase überstand die deutsche Mannschaft mit Glück, Geschick und Bravur.

Die Portugiesen stehen jetzt für das zweite Spiel ebenso wie die Niederländer, die ihr Gruppenspiel gegen Dänemark in Charkiv ebenfalls mit 0:1 verloren hatten, unter absolutem Erfolgszwang. Für Deutschland und Dänemark ein kleiner psychologischer Vorteil.

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