Zerstört der Kommerz das Skispringen ?

Heute, am 30.12.2011, startete um 16:45 Uhr, also gut eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang, der erste Durchgang des Auftaktspringens der 60. Vierschanzentournee auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf. Wie im Vorjahr, waren auch in diesem Jahr die äußeren Bedingungen – witterungsbedingt – irregulär. Ständig wechselnde Winde und mehr oder weniger starker Schneefall sorgten für diametral ungleiche Anlauf-, Flug- und Aufsprungbedingungen zwischen den Springern. Diesen Bedingungen fielen zahlreiche prominente und im bisherigen Saisonverlauf erfolgreiche Athleten zum Opfer. Beispiel aus deutscher Sicht: Richard Freitag fiel bei 2,0 m/s Rückenwind auf den Schanzenvorbau, während einige Springer sogar Aufwind hatten. Der Windwert Freitags lag sogar deutlich außerhalb des von der Jury vorher festgelegten Grenzwertes von 1,0 m/s Rückenwind.

Während des Durchgangs gab es den hilflosen Versuch der Jury, den wechselnden Bedingungen Herr zu werden, indem sie die Anlaufspur um zwei Stufen verkürzte. Die Folge: Die folgenden vier Springer, darunter Martin Koch aus Österreich, sprangen alle so um die 20 … 30 m kürzer, worauf die Entscheidung wieder rückgängig gemacht wurde.

Der Durchgang ist dann um 17:30 Uhr abgebrochen worden. Um 18:15 Uhr soll das Springen erneut gestartet werden. Man kann nur hoffen, dass sich dann reguläre Bedingungen einstellen.

Der Vorgang zeigt jedoch wieder einmal deutlich, wie unfair und unsportlich die Bedingungen bei Skisprung-Veranstaltungen sein können, wenn diese kurz vor oder kurz nach Sonnenuntergang stattfinden. Um den Sonnenuntergang herum treten oft heftige Wechsel der Bedingungen und selbst während eines Sprunges heftige Turbulenzen auf, und das ist seit mehreren Jahren bekannt. Es wird höchste Zeit, die unsinnige Entscheidung, zu den einschaltquotenträchtigen frühen Abendstunden Skispringen anzusetzen, endlich wieder rückgängig zu machen. Diese sogenannten „Nachtspringen“ wurden auf Druck des damaligen Sendelizenzinhabers RTL von der FIS eingeführt.

18:12 Uhr

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