Bei der S-Bahn nichts Neues: Verkehr heute erneut total zusammen gebrochen

15.12.2011, ca. 19:00 Uhr

S-Bahn-Chaos ohne Ende

Heute gegen 11:45 Uhr ist in Berlin mal wieder, wie schon so oft in den letzten drei Jahren, der Berliner S-Bahn-Verkehr komplett zusammen gebrochen. Ursache soll ein Stromausfall im zentralen elektronischen Stellwerk Halensee gewesen sein. Die Ursache liegt somit nicht unmittelbar bei der S-Bahn Berlin GmbH, sondern bei der DB Netz AG. Aber uns Fahrgästen ist das völlig Wurscht. Wir sind die Leidtragenden, wenn mal wieder unbestimmte Wartezeiten auf S-Bahnsteigen unseren Tagesrhyrthmus bestimmen; wenn wir das, was wir uns vorgenommen hatten, nicht tun können; wenn wir möglicherweise andere Menschen enttäuschen müssen oder wenn wir unseren Verpflichtungen als Arbeitnehmer nicht termingerecht nachkommen können.

Diese erneute S-Bahn-Katastrophe ist wiederum das Ergebnis jahrelangen Miss-Managements bei der Deutschen Bahn AG und ihren Töchtern.

Nun kann es mal zu einem Stromausfall kommen. Aber dass die Auswirkungen so katastrophal sind, hat natürlich strukturelle Ursachen bei der Bahn. So stellen sich mir z. B. folgende Fragen:

  • Wieso hat die ja sicher installierte Redundanz nicht gegriffen, oder gibt es keine Redundanz ?
  • Wieso hat die Notstromversorgung, die für solche Fälle vorgehalten wird, versagt, oder gibt es keine Notstromversorgung ?
  • Wieso ist in einem einzigen Stellwerk die gesamte Leittechnik für nahezu alle Weichen und Signalanlagen des gesamten Berliner S-Bahn-Netzes konzentriert ?

Die extreme Zentralisation der Infrastruktur der Bahn hatte ich schon in meinem Beitrag zum Brandanschlag auf die Kabelbrücke über den Markgrafendamm am 23. Mai dieses Jahres angeprangert. Sie ist die Ursache dafür, dass Störungen an technischen Anlagen der Bahn nicht nur zu punktuellen Ausfällen, sondern zu netzweiten Verkehrkollapsen führen können.

 

Störungsanzeige auf der Web-Page der S-Bahn Berlin GmbH, Screenshot erstellt ca. 15:00 Uhr

 

16.09.2011, ca. 06:00 Uhr

 

Am 16.12.2011, um 05.55 Uhr, wird auf der Homepage der S-Bahn immer noch die Störungsinformation vom Vortage, 15:40 Uhr, angezeigt. U. a. heißt es da:

Für die Wiederinbetriebnahme der Ringbahnlinien S41 / S42 und die dort fahrenden Zubringerlinien S45, S46, S47, S8 und S9 laufen die Vorbereitungen.

Heißt das etwa, dass jetzt, 18 Stunden nach dem Zusammenbruch des S-Bahn-Verkehrs auf dem Ring immer noch nichts fährt ? Eher unwahrscheinlich. Es zeigt aber auch die massiven Defizite beim Informations-Management. Und es zeigt, dass den Verantwortlichen die Belange der Fahrgäste – um es mal in Berliner Slang auszudrücken – am Arsch vorbeigehen.

Störungsanzeige auf der S-Bahn-Webpage vom 15.12.2011, 15:40 Uhr, wird noch am 16.12.2011 um 05:55 Uhr angezeigt

 

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  1. […] Beginn des Frühverkehrs wieder rechtzeitig hoch zu fahren. Für das heutige Chaos ist wieder, wie schon am 15.12.2011, die DB Netz verantwortlich; es ist der zweite schwerwiegende Stellwerkskollaps bei der Berliner […]

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