Berliner S-Bahn – Chaos ohne Ende

Heute hat es mitten im Nachmittags-Berufsverkehr wieder schwerwiegende Störungen auf den Ringbahnlinien S41 und S42 gegeben. Am Bahnhof Wedding – meinem Zustiegsbahnhof – sind die Züge der S41 (im Uhrzeigersinn) mit der planmäßigen Abfahrtzeit um 17:27 und um 17:32 ausgefallen. Erst der Zug um 17:37 fuhr wieder. In der Gegenrichtung (S42) war es noch schlimmer: Am Fahrzielabzeiger auf dem Bahnsteig wurde der nächste Zug erst für in 23 Minuten ! (bei einer Taktzeit von 5 Minuten) angezeigt. Schade, dass ich meine Kamara nicht dabei hatte; es wäre sicher ein tolles Motiv gewesen, an dem einen Fahrzielanzeiger 23 Minuten bis zum nächsten Zug und am anderen Fahrzielanzeiger 11 Minuten angezeigt zu bekommen.

Die logische Folge der Zugausfälle: Maßlos überfüllte Bahnsteige, maßlos überfüllte Züge, unerträgliches Gedränge und weiterer Ausbau der Verspätungen. Wer heute Nachmittag in dieses Chaos hineingeraten ist, für den dürfte sich die Fahrzeit im Durchschnitt um ca. 15 Minuten verlängert haben.

Wie reagiert die S-Bahn ?
Zunächst erst einmal mit einem bunten Kauderwelsch einander widersprechender Entschuldigungsansagen aus dem Computer (der Gipfel: „Eingefahrener Zug auf Gleis (x) Ringbahn S42 … Dieser Zug fährt in 18 Minuten weiter“, von dem eingefahrenen Zug war allerdings weit und breit nichts zu sehen)
Dann eine von menschlicher Stimme vorgetragene Entschuldigungsansage, in der das Chaos mit Zugausfällen und „erhöhtem Fahrgastaufkommen“ begründet wurde.

Achherje, na das kann natürlich niemand ahnen, dass im Berufsverkehr Leute mit der S-Bahn fahren wollen. Diese bösen aber auch ! Nichts weiter als eine dummdreiste Verarschung der Fahrgäste ist das.

Seit Januar 2009 herrscht bei der S-Bahn Chaos. Damals war der S-Bahn-Verkehr für zwei Tage fast vollständig zusammengebrochen und für zwei weitere Tage massiv behindert. Es folgt die Stillegung von zwei Dritteln der S-Bahn-Flotte im Sommer 2009 durch das Eisenbahnbundesamt (EBA), in deren Folge der damalige S-Bahn-Geschäftsführer Tobias Heinemann gechasst wurde. Jetzt nach 2 1/2 Jahren hat die S-Bahn – entgegen ihrer Versprechungen – ihre Probleme immer noch nicht in den Griff bekommen. Die Hauptprobleme der S-Bahn sind:

  • dass die S-Bahn die Folgen der über Jahre vernachlässigten Fahrzeugwartung bis heute nicht überwunden hat,
  • dass die S-Bahn ein akutes Problem bei der Personaldecke – sowohl im Instandhaltungsbetrieb als auch bei den Triebfahrzeugführern – hat
  • dass die S-Bahn Millionen verschleudert hat für ein lächerliches, weil ständig falsch informierendes Fahrgastinformationssystem auf den Bahnhöfen (siehe oben die Beschreibung der Dummfug-Ansage aus dem Computer)
  • Hinzu kommen noch massive Zweifel daran, dass die DB Netz endlich das S-Bahn-Netz für diesen Winter wintertauglich gemacht hat, anderenfalls werden festgefrorene Weichen und Streckenanschläge erneut zum Zusammenbruch des S-Bahnverkehrs bei den ersten drei Schneeflocken, so wie am 02.12.2010 geschehen, führen.

All das sind die Folgen von Missmanagement bei der Deutschen Bahn AG und bei der S-Bahn Berlin GmbH. Sie gehen zulasten von uns, den Berliner und Brandenburger Bürgern, die sich auf die S-Bahn nach wie vor nicht verlassen können, sowie zulasten der Arbeiter und Angestellten an der Basis bei der S-Bahn.

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