Erdbeben in der Türkei

In der osttürkischen Provinz Van, in der Nähe zur Grenze zum Iran, erbebte am vergangenen Sonntag, den 23.10.2011, die Erde. Besonders betroffen sein sollen die Städte Ercis und Van und das Gebiet um diese Städte herum. Nach Schätzungen wird von mehr als 1 000 Todesopfern ausgegangen. Ursache ist, wie immer bei Erdbeben, die Drift zwischen verschiedenen tektonischen Platten, in diesem Falle zwischen der Anatolischen Platte und der Iranischen Platte.

Erdbeben gehören zu den Naturgewalten, gegen die wir Menschen weitgehend machtlos sind. Wir können sie nicht verhindern, und weltweit besiedeln wir Menschen zahllose erdbebengefährdete Gebiete. Erdbeben kommen nicht gänzlich unerwartet, jedoch ist es heute noch nicht möglich, genau den Zeitpunkt, die Stärke und das Epizentrum eines erwarteten Erdbebens vorher zu sagen. Allenfalls können wir Vorsorge dahin gehend treffen, dass wir „erdbebensicher“ bauen, und dass wir Notfallpläne erstellen, um im Falle des Bebens die Auswirkungen zu minimieren. Im Falle von Seebeben können uns auch Tsunami-Frühwarnsysteme für die rechtzeitige Evakuierung der bedrohten Gebiete helfen. Allerdings: Diese Vorsorgemaßnahmen helfen nur bis zu einer bestimmten Erdbebenstärke bzw. bis zu einem gewissen Grad der Erdbebenauswirkungen, wie uns das Beispiel der Nuklearkatastrophe des Atomkraftwerkes Fukushima I deutlich vor Augen geführt hat. Und wenn die Vorwarnzeit für einen Tsunami wegen der Küstennähe des Bebens nur wenige Minuten beträgt, hilft kein Frühwarnsystem.

Erdbeben haben in der Vergangenheit riesige Menschenopfer gefordert. Erinnert sei z. B. an das Seebeben am 26.12.2004 im Indischen Ozean vor Summatra, oder aber am 11.03. dieses Jahres vor der Pazifik-Küste der japanischen Hauptinsel Honshu. Das Erdbeben, das den höchsten bisher bekannten Tsunami ausgelöst hat, ist wohl das Karfreitag-Erdbeben von Alaska, am 27.03.1964. Ein Erdbeben am 12.05.2008 in Sichuan (China) forderte mehr als 80 000 Todesopfer.

Am 14.09.1509 forderte ein Erdbeben in Konstantinopel ca. 13 000 Todesopfer. Und Istanbul, so heißt diese Stadt heute, liegt an der tektonischen Plattengrenze zwischen der großen Eurasischen Platte und der kleinen Anatolischen Platte. Letztere wird von der Arabischen Platte gegen die Eurasische gepresst und verschiebt sich hierdurch westwärts (Anatolische Verwerfung). Erdbebenforscher sagen für Istanbul für die Zukunft ebenfallls schwerwiegende Erdbeben voraus, wobei der Zeitpunkt absolut unklar ist. Ein Erdbeben könnte jedoch in der Metropole mit rund 13 Millionen Einwohnern verheerende Folgen haben.

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