EHEC-Theater geht immer weiter …

Deutschland hat wieder seinen Lebensmittelskandal. Wie jedes Jahr. Diesmal sind Lebensmittel betroffen, die gemeinhin als besonders gesund gelten, nämlich rohes Gemüse. Das macht die Situation besonders perfide.

Kluge Leute, oder solche, die es Kraft Ihrer Funktion in diesem Zusammenhang sein sollten, geben uns jetzt seit Wochen merkwürdige Verbraucherempfehlungen. Und es werden merkwürdige Verdächtigungen ausgesprochen, von denen viele nach kurzer Zeit wieder fallen gelassen werden müssen. Z. B. Gurken aus Spanien seien die EHEC-Quelle. Z.B. wird ein Restaurant in Lübeck in Zusammenhang mit dem EHEC-Erreger gebracht und auch noch in allen deutschen Fernsehstationen als Verbreiter angeprangert. Jetzt ist ein niedersächsischer Gartenbaubetrieb fällig, der Sprossen produziert. Jedoch ist auch heute wieder einmal der Nachweis fehlgeschlagen, wie schon bei weiteren Fällen vorher. Selbst Bio-Gas-Anlagen wurden genannt.

 

Mir macht das Thema große Sorge.

  • Weil als besonders gesund bekannte Lebensmittel pauschal in Verdacht gebracht werden, was wieder für einige ein Alibi vor der eigenen Verantwortung für eine gesunde Lebensweise ist.
  • Weil Verbraucherempfehlungen voreilig ausgegeben wurden, die keiner ernsthaften wissenschaftlichen Prüfung standhalten; sie wurden nur verdachtsweise ausgegeben.
  • Weil ehrlich arbeitende Gartenbaubetriebe pauschal diskreditiert werden oder auch „nur“ – völlig unbegründet – auf ihrer Ware sitzenbleiben und so unverschuldet in Richtung Konkurs getrieben werden.
  • Weil massenhaft  frisches und gesundes Gemüse vernichtet werden muss, weil es nicht abgestzt werden kann.
  • Weil die Quelle der Infektion drei Wochen nach Ausbruch immer noch nicht identifiziert ist und es somit weiterhin zu Neuerkrankungen – aller Verbraucherempfehlungen zum Trotz – kommen wird.

Was Deutschland (und die EU) braucht, sind nicht irgendwelche haltlosen Verbraucherempfehlungen, denen Verbraucher und ehrliche Produzenten gleichermaßen zum Opfer fallen, sondern eine den Erfordernissen des Gesundheitsschutzes entsprechende Lebensmittelüberwachung sowie – auch das sei ausdrücklich gefordert – öffentliche Nennung und Entzug der Gewerbegenehmigung bei Unternehmen, die nachgewiesenermaßen und des Profits willen grundlegende Hygienemaßnahmen missachten, gesundheitsgefährdende sogenannte Pflanzenschutzmittel einsetzen, Tiere unter nicht artgerechten Bedingungen halten und transportieren, verdorbene Lebensmittel aufhübschen und wieder als frisch verscherbeln usw. und somit regelmäßig und systematisch Leben und Gesundheit der Verbraucher aufs Spiel setzen.

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  1. […] hatte in meinem Blog bereits am 06. Juni 2011 die vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Verbraucherwarnungen vor dem Verzehr von Tomaten, […]

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