Corona-Skandal in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück

In dem Schlacht- und Zerlegebetrieb der Tönnies-Holding in Rheda-Wiedenbrück in der Nähe von Bielefeld hat es in den vergangenen Tagen einen Massenausbruch von Corona-Infektionen gegeben. Nach Stand von gestern Abend sollen etwas mehr als 1020 Mitarbeiter Corona-positiv getestet worden sein. Nach den Ausbrüchen bei Westfleisch in Dissen und Coesfeld im Mai (hier: Beispiel 1 und Beispiel 5) ist nun also ein zweiter deutscher Fleischkonzern wegen einer Corona-Katastrophe in die Negativ-Schlagzeilen geraten. Geschäftsführender Gesellschafter ist ein alter Bekannter: Clemens Tönnies. Er war am 01.08.2019 durch eine zutiefst rassistische Äußerung in der Öffentlichkeit aufgefallen, ich berichtete davon. Es handelt sich dabei um genau jenen Clemens Tönnies, der Vorsitzender des Aufsichtsrates des FC Schalke 04 ist.

Die Beispiele Westfleisch und Tönnies zeigen, dass in unserer deutschen Fleischindustrie sehr vieles im Argen liegt:

  • Viele der Beschäftigten arbeiten – von dubiosen Arbeitskräftevermittlern angestellt – unter den Bedingungen von Werksverträgen.
  • Viele der Beschäftigten sind Billigarbeitkräfte, z. B. aus Südosteuropa.
  • Viele dieser Arbeitskräfte arbeiten in Extremakkord, zu viel zu geringen Löhnen.
  • Viele dieser Arbeitskräfte werden in Massenunterkünften zusammengepfercht, wo sie weder persönliche Entfaltung genießen, Privatsphäre haben noch die Corona-bedingten Abstands- und Hygieneregeln einhalten können.
  • Auch an den Arbeitsplätzen können die Abstandsregeln nicht eingehalten werden.

Und das alles, damit wir 1 kg Schnitzel für nur 5 Euro kaufen können.

Zwar wurde das Werk in Rheda-Wiedenbrück vorübergehend von den Behörden geschlossen, doch es darf davon ausgegangen werden, dass zahlreiche Fleischprodukte, die von Tönnies in den letzten Tagen ausgeliefert wurden, mit dem Corona-Virus infiziert sind. Das Virus ist zwar nach wenigen Tagen Lagerung vor dem Verzehr inaktiv. Bei Frischfleisch wird es durch Durcherhitzen in jedem Falle inaktiv. Aber der Gedanke, man könnte sich an Rohwursterzeugnissen, wie z. B. an Zwiebelmettwurst, aus dem Hause Tönnies infizieren, lässt mich erschaudern.

Die Tönnies Holding ist übrigens in der Vergangenheit wiederholt durch äußerst fragwürdige Machenschaften aufgefallen (siehe Wikipedia-Artikel):

  • Manipulation von Waagen
  • Flächendeckende Video-Überwachung der Mitarbeiter
  • Schmiergeldzahlungen an Tönnies und Steuerhinterziehung durch Subunternehmer
  • Bei der Tönnies-Tochter Zur Mühlen Gruppe wurde versucht, gewerkschaftliche Strukturen zu zerschlagen. Die gewerkschaftliche Organisation von Arbeitnehmern gehört zu den Grundrechten in Deutschland.
  • Rassistische Äußerung von Clemens Tönnies über Afrikaner am 01.08.2019
  • Jetzt also der Corona-Skandal unter Verletzung des Infektionsschutzgesetzes.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://blog.berndreichert.de/?p=25857

Schreibe einen Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte tragen Sie den fehlenden Wert dieser einfachen mathematischen Gleichung als Zahl ein. Es schützt meinen Blog vor Massen-Spam-Kommentaren. Vielen Dank. Please inscribe the missing value of this simple mathematical aquation as a number. It will protect my blog against scores of Junk comments. Thank You very much. (null = 0, eins = 1, zwei = 2, drei = 3, vier = 4, fünf = 5, sechs = 6, sieben = 7; acht = 8, neun = 9) * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.