Die Corona-Krise und meine Gedanken dazu

Wir erleben derzeit weltweit eine Pandemie, wie es sie in vergleichbarem Ausmaß während meines Lebens bisher nicht gab. Ausgehend von Wuhan in China, hat sich das Corona-Virus (SARS-CoV-2) innerhalb weniger Wochen weltweit verbreitet, mittlerweile weltweit wohl 100 000 oder mehr Menschen infiziert und zahlreiche Menschen getötet. Niemand kann zur Zeit absehen, wann sich die Lage entspannen wird. Niemand kann absehen, wie viele Menschen sich noch infizieren werden und niemand kann absehen, wie viele Menschen durch die Infektion mit dem Corona-Virus noch sterben werden.

Ich will mich zunächst erst einmal an die mir inzwischen bekannten Fakten halten:

  • Das Virus ist neuartig und war bis Dezember 2019 der Medizin nicht bekannt gewesen. Das ist ein wesentlicher Faktor, weshalb sich das Virus so schnell ausbreiten konnte.
  • Das Virus trat im Dezember 2019 erstmals in Wuhan auf und wurde dort identifiziert. Als Ursprung gilt ein Markt, auf dem mit lebenden Tieren gehandelt wird, als relativ sicher. Auf dem Markt arbeitende Menschen waren die ersten, die infiziert wurden.
  • Das Virus ist hochgradig infektiös und kann durch Tröpfcheninfektion (Aerosol von infektiöser Körperflüssigkeit in der Luft, wie es beim Husten, Niesen und Nase schnauben entsteht), aber auch durch Schmierinfektion (Anfassen von mit infektiöser Körperflüssigkeit kontaminierten Oberflächen und anschließendes Berühren der eigenen Schleimhäute mit der kontaminierten Hand) übertragen werden. Ähnlich werden auch Grippe- (Influenza-) Viren übertragen.
  • Die Verbreitungsgeschwindigkeit ist sehr hoch, solange nicht gegengesteuert wird. Für Deutschland wurde ermittelt, dass sich die Anzahl der Infizierten alle 2 bis 3 Tage verdoppelt. Geht dieser Trend unvermindert weiter, könnten bereits Mitte April 2020 etwas 10 Millionen Deutsche infiziert sein (ohne Abzug der bereits geheilten Patienten)
  • Das Virus kann bei Infektion schwere Atemwegserkrankungen (COVID-19 genannt) bis hin zu einer tötlichen Lungenentzündung auslösen.
  • Nicht jeder, der infiziert ist, erkrankt auch daran. Viele Patienten haben keine oder nur leichte Symptome und überstehen die Infektion ohne größere Probleme. Aber sie bleiben mindestens zwei Wochen lang nach der eigenen Infektion infektiös für ihre Mitmenschen.
  • Nicht jeder, der schwere Symptome zeigt, ist auch tatsächlich mit dem Corona-Virus infiziert; manch eine schwere Erkältung oder Virusgrippe (Influenza) kann sehr ähnliche Symptome auslösen.

Wegen der hohen Infektiosität des Corona-Virus, der sehr schnellen Verbreitung und der Schwere der Erkrankung bei einem Teil der Patienten ist weltweit ein wirklich ernsthaftes Gesundheitsproblem für alle Völker entstanden, das von niemandem auf die leichte Schulter genommen werden kann. Zu diesem Schluss bin ich am vergangenen Wochenende (14.03/15.03) gekommen. Hinzu kommen noch die erheblichen materiellen Folgeschäden der Corona-Krise, für jeden einzelnen Menschen, aber auch für die gesamte Gesellschaft, weil das wirtschaftliche und das kulturelle Leben zur Zeit fast am Boden liegt.

Unser Land unternimmt zur Zeit eine ganze Menge, um die Folgen der Corona-Krise abzumildern. Die Bundesregierung und die Länderregierungen lassen sich dabei von den Empfehlungen anerkannter Virologen leiten, und das ist auch zwingend notwendig.

Dazu gehören eben auch alle Maßnahmen zur weitestgehenden Unterbindung umfangreicher direkter Kontakte zwischen den Menschen, die für jeden von uns mit erheblichen Einschnitten unserer Lebenskultur verbunden sind, zu denen es aber zumindest zur Zeit keine Alternative gibt. Und diese Einschnitte werden nach meiner Einschätzung wohl noch mehrere Monate Bestand haben müssen, ehe wirklich eine spürbare Entspannung eintritt.

Ich persöhnlich fühle mich gesund, kann aber dennoch nicht ausschließen, dass ich Virusträger bin (siehe oben). Ich fahre jeden Tag mit S- und U-Bahn, gehe einkaufen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind – ebenso wie Supermärkte u. a. – zur Zeit Risikogebiet. Ich kann angenießt werden, mich an einer kontaminierten Haltestange festhalten oder den kontaminierten Türöffner drücken. Auch der Einkaufswagen und unverpackte Lebensmittel können kontaminiert sein.

Darüber hinaus bin ich persönlich dahingehend betroffen, dass, so wie es derzeit aussieht, ich eine für Anfang Mai geplante einwöchige Naturreise in die Mala Fatra (Slowakei) nicht antreten kann, was ich sehr schade finde.

Ich wünsche allen, sich nicht zu infizieren, bzw. denjenigen, die es erwischt hat, dass sie mit nur milden Symptomen die Infektion gut überstehen. Die letztgenannten haben dann einen Vorteil: Sie sind immun. Einen anderen Weg, Immunisierung zu erwerben, gibt es zur Zeit nicht, sondern erst, wenn Schutzimpfungen marktreif sind. Ich gehe davon aus, dass das frühestens im Herbst diesen Jahres der Fall sein wird. So lange kann man sich nur durch Einhaltung der Hygiene-Grundregeln wenigstens ein bisschen schützen.

Beitrag der Tagesschau vom 22.03.2020 zum Thema

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