Natur- und Umweltkatastrophe in Japan

Die Welt hält den Atem an. In Japan hat sich eine der schrecklichsten Naturkatastrophen der letzten 100 Jahre ereignet. Eine Kette von Erdbeben hat große Teile des Landes erschüttert und einen verheerenden Tsunami ausgelöst. Vor allem infolge des Tsunamis sind an mehreren an der Pazifikküste gelegenen Kernkraftwerken massive Probleme mit der Reaktorsicherheit aufgetreten, weil Kühlsysteme ausgefallen sind.

Es begann bereits am Donnerstag, den 10.03.2011, an dem die ersten Erdbeben aufgetreten sind. Am 11.03. hat es vor der Pazifikküste des nordöstlichen Teils der Hauptinsel Honshu das bislang schwerste Einzelbeben mit einer Magnitude von 8,9 auf der Richterskala (einige Quellen geben sogar 9,0 an) gegeben, das einen Tsunami mit mehr als 10 m Wellenhöhe ausgelöst hat und vielerorts viele Kilometer auf das Land vorgedrungen ist. Der Tsunami richtete vor allem an dem bisher am stärksten betroffenenen Küstenabschnitt um Sendai (Google-Maps-Koordinaten 38.261118,140.881791) Zerstörungen verheerenden Ausmaßes an. Nach dem derzeitigen Stand rechnen die Behörden mit weit mehr als 10 000 Opfern der Beben und des Tsunamis allein an der Pazifikküste des Nordostteiles von Honshu. Hunderttausende sind obdachlos geworden. Es muss traumatisch für einen Großteil der Bevölkerung Japans sein.

Auch wenn wir in Europa nicht unmittelbar betroffen zu sein scheinen, es geht auch uns etwas an. Ich fühle mit den Japanern und bin entsetzt über die Ausmaße der Katastrophe.

Das Erdbeben mit dem Tsunami, das sich am 26.12.2004 im Nordosten des Indischen Ozeans ereignet hat, ist uns noch in guter Erinnerung. Damals erreichte der Tsunami noch wesentlich höhere Zerstörungskraft und forderte wesentlich mehr Todesopfer. Das lag aber zu großen Teilen auch daran, dass man in den betroffenen Gebieten auf solch ein Ereignis überhaupt nicht vorbereitet war.

Japan verfügt über ein Erdbeben- und Tsunami-Warnsystem. Insbesondere im Falle des Tsunami hat es aber nicht gegriffen, weil sich das Erdbeben so dicht vor der Küste ereignet hat und deswegen die Vorwarnzeit zu kurz war.

Nicht genug mit den verheerenden Schäden, die durch die Naturkatastrophe ausgelöst wurden: Es droht jetzt sogar noch eine menschengemachte Nuklearkatastrophe. In dem benannten Gebiet liegen direkt an der Pazifikküste die beiden Kernkraftwerke Fukushima 1 (Google-Maps-Koordinaten 37.42304,141.032866) und 12 km südlich davon Fukushima 2 (37.318147,141.025184). Beide sind massiv von dem Zunami heimgesucht worden, und von beiden wurden Kühlsystemausfälle gemeldet. Zumindest für Fukushima 1 ist für den Reaktor 1 der Eintritt der Kernschmelze bestätigt worden. Gestern war das Reaktorgebäude infolge einer Knallgasexplosion zerstört worden und radioaktive Partikel wurden freigesetzt. Noch soll der eigentliche Reaktordruckbehälter nicht explodiert sein, aber auszuschließen ist ein solches Horrorszenario noch nicht. Auch am Reaktor 3 des selben Kernkraftwerkes soll sich unter der Decke des Reaktorgebäudes Knallgas gebildet haben, auch dort droht zur Zeit eine Explosion des Reaktorgebäudes.

Sollte es zum Schlimmsten, zur Explosion des Reaktors kommen, so droht Japan eine Nuklearkatastrophe mit Folgen, die möglicherweise noch die Folgen der Tschenobyl-Katastrophe von 1986 (Google-Maps-Koordinaten 51.389648,30.09904) in den Schatten stellen; vor allem wegen der wesentlich höheren Bevölkerungsdichte in dem betroffenen Gebiet.

Links:

„Tagesschau“ Berichte der Tagesschau der ARD, gefunden auf deren Webseite am 13.03.2011
„Mehr als 600 Leichen an der Küste gefunden“ Artikel der Süddeutschen Zeitung, gefunden auf deren Webseite am 13.03.2011
„Fukushima“ Artikelübersicht der Süddeutschen Zeitung über mehrere Artikel zur Situation im Kernkraftwerk Fukushima, gefunden auf deren Webseite am 13.03.2011
„Minutenprotokoll“ Am 13.03.2011 gefunden bei Spiegel-Online
„Live-Ticker Atom-Katastrophe“ Live-Ticker auf Blick.ch

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