S-Bahn-Krise nach wie vor nicht gelöst

Bereits vor ca. zwei Jahren verkündete S-Bahn-Chef Peter Buchner, die S-Bahn hätte ihre Krise überwunden. Abgesehen davon, dass man als täglicher Fahrgast fast täglich auf den Bahnsteiganzeigern Zugausfälle oder unregelmäßigen Zugverkehr zur Kenntnis nehmen muss, hat die S-Bahn Berlin zum Jahreswechsel mal wieder den Vogel abgeschossen.

 

 

Am 29.12.2014, dem ersten Tag mit Schnee in diesem Winter (ca. 5-10 cm Neuschnee waren gefallen) gab es im S-Bahn-Netz zahlreiche Weichenstörungen und Signalstörungen. Unter anderem die Berliner Zeitung berichtete darüber. Ich selbst hatte folgende zwei Erlebnisse:

  1. Als ich gegen Mittag auf dem Ringbahnsteig Ostkreuz stand und nach Frankfurter Allee fahren wollte, standen an Zuganzeige am Bahnsteig der Reihe nach:
    (2 min) S8 nach Birkenwerder
    (18 min) S8 nach Birkenwerder
  2. Vor der Rückfahrt erlebte ich eine Lautsprecherdurchsage, mit der die S-Bahn den unregelmäßigen Zugverkehr entschuldigen wollte; und in der die „extremen Witterungsbedingungen“ dafür verantwortlich gemacht wurden.

Die Beobachtung am Ostkreuz dokumentiert nichts weiter als den Ausfall von 4 Zügen (zwei Ringzüge, je ein Zug S9 und S85) sowie die Verspätung des ersten Zuges der S8. Und zur (akustischen) Beobachtung auf dem Bahnhof Frankfurter Alle kann ich nur sagen: Es ist eine unverschämte Sauerei, wie die S-Bahn ihre Fahrgäste für dumm verkauft.

 

 

Heute am 04.01. 2015 wurde die Strecke zwischen Bornholmer Straße (zeitweise auch Gesundbrunnen) und Schönholz komplett gesperrt; nach einem Bericht der Berliner Abendschau schon seit den Nachmittagsstunden. Um 19:41 wurde auf der offiziellen S-Bahn-Homepage noch ein Schadzug als Ursache verkündet, um 20:09 ein Stromschienenschaden. Es ist schon sehr merkwürdig, wie sich die Ursache für die gravierende Betriebsstörung innerhalb kurzer Zeit so drastisch ändern kann. Eine der beiden Aussagen ist offenbar gelogen. Aber egal; dass es die S-Bahn nicht einmal fertig kriegt, auf der zweigleisigen Strecke Pendelverkehr einzurichten, ist schon bezeichnend.

Wenn ich mir einen Reim darauf mache: Die Stromschiene ist wahrscheinlich schon seit Wochen oder Monaten defekt, und jetzt hat ein fahrender Zug das labile Gebilde abgerissen, wobei die schadhafte Schiene den Zug beschädigt hat. Möglicherweise hat es dabei einen deftigen Lichtbogen gegeben. Ursache wäre dann also unterlassene Instandsetzung einer schadhaften Bahnanlage.

Screenshots von den Störungsmeldungen der offiziellen S-Bahn-Homepage:

Screenshot von 19:42

 

Screenshot von 20:09

 

 

Sorry, Herr Buchner, die S-Bahn hat dann Ihre Krise überwunden, wenn man als täglicher Fahrgast monatelang nichts von einer Krise merkt. Davon ist die S-Bahn Lichtjahre entfernt.

 

 

 

 

 

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