August 2011, vor 50 Jahren: Bau der Berliner Mauer – Teil 1: Von der Oberbaumbrücke bis zum Holocaust-Mahnmal

Am 11.06.2011 fuhr ich die erste Etappe der Mauerweg-Radtour entgegen dem Uhrzeigersinn, beginnend an der Oberbaumbrücke. 

 

 

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01 Die Oberbaumbrücke war in die Sperranlagen eingebunden. Die Grenze verlief am Kreuzberger Spreeufer (rechts im Bild). Bis zum 30. Juni 1990 war die Brücke ein reiner Fußgänger-Grenzübergang. Auch die U-Bahn, die vor dem Mauerbau über die Brücke (heute U1) fuhr, war stillgelegt. 

Links sieht man die ehemaligen Spreespeicher des Osthafens. Im Hintergrund rechts erhebt sich heute das Allianz-Hochhaus „Treptowers“ auf dem ehemaligen AEG/EAW-Gelände.

02 Blick entlang der Oberbaumbrücke in Richtung Friedrichshain. Rechts sieht man den Hochbahn-Viadukt der U-Bahn. Im Hintergrund ist das kleine Brückenstellwerk am U-Bahnhof Warschauer Straße (vor dem Mauerbau: Warschauer Brücke) zu erkennen.
03 Die Mühlenstraße führte auf der Friedrichshainer Seite der Grenze entlang und war schon in den 70’er Jahren extrem stark befahren. Damals war sie die einzige Magistrale für den Autoverkehr aus südöstlicher Richting in das Ost-Berliner Zentrum. Entlang ihrer Südseite verlief die Hinterlandmauer. Nördlich der Mühlenstraße schloss sich zu großen Teilen Bahngelände im Umfeld des Ostbahnhofs an, von dem heute ein erheblicher Teil aufgegeben wurde und anderen Zwecken zugänglich gemacht wurde. Mit der O2-World wurde eine Mehrzweckhalle für Konzerte und Sportveranstaltungen geschaffen. Eine neue Querstraße der Mühlenstraße wurde nach der in den 80’er Jahren in der DDR sehr populären Rock-Sängerin Tamara Danz benannt, die 1996 an Brustkrebs gestorben ist.
04 Die Mauergalerie „Eastside Gallery“ entstand im Frühjahr 1990 entlang der Mühlenstraße (siehe Bild 03) an der Hinterlandmauer . Vor dem Mauerfall hatte es Bemalungen, und zum großen Teil auch Graffiti-Beschmierungen der Frontmauer von West-Berliner Seite her gegeben.  

An der Entstehung der Gemälde an der Eastside Gallery beteiligten sich Künstler aus Ost und West sowie aus dem Ausland. Sie entstand ziemlich spontan, irgenjemand hat angefangen, und das sprach sich herum. Die Eastside Gallery ist mehr als 1 km lang und besteht aus einer dreistelligen Zahl von Gemälden.  

Das Top-Thema der Gemälde war natürlich der Mauerfall, die wieder gewonnene Freiheit und die möglicherweise bevorstehende Wiedervereinigung Deutschlands. Aber auch andere Themen, wie z. B. Umweltschutz, spielten eine wesentliche Rolle.

Mir sind ganz besonders die auf den Fotos dargestellten Gemälde mit dem Bruderkuss (Breshnew/Honecker, oben) sowie der Mauerdurchbruch des Trabbi (unten) in Erinnerung. Gerade diese beiden Bilder trafen damals meine Gefühle.

Die heutigen Bilder der Eastside Gallery sind nicht mehr die ursprünglichen Bilder, sondern Restaurationen. Die ursprünglichen Bilder sind der Verwitterung zum Opfer gefallen.

05 Blick von der Schillingbrücke in Richtung Westen, zur Ost-Berliner Innenstadt (Bezirk Mitte).  

Ebenso wie die Oberbaumbrücke lag die Schillingbrücke im Sperrgebiet und war nur für Fußgänger als Grenzübergang passierbar.

06 Die Schillingbrücke verzweigt sich auf der Südseite der Spree in den Engeldamm (rechts) und den Bethaniendamm (links), zwischen denen einst der Luisenstädtische Kanal verlief. Beide Straßen lagen im Sperrgebiet, das hier Mitte von Kreuzberg trennte. Die Frontmauer verlief unmittelbar am östlichen Fußweg des Bethaniendammes und damit unmittelbar an der Kreuzberger St.-Thomas-Kirche entlang.
07 St.-Thomas-Kirche am Bethaniendamm
08 Luisenstädtischer Kanal zwischen Engeldamm und Bethaniendamm
09 Die St.-Michael-Kirche steht im Bezirk Mitte am Michaelkirchplatz, der seitlich am Engeldamm anliegt.
10 Zimmerstraße / Friedrichstraße: An dieser Stelle waren einst der Grenzübergang Friedrichstraße (auf Ost-Berliner Seite) bzw. der amerikanische Kontrollpunkt Checkpoint Charlie auf West-Berliner Seite. Dieser Übergang war einer der geschichtsträchtigsten an der Berliner Mauer. Hier standen sich am 27. Oktober 1961 amerikanische und sowjetische Panzer gegenüber. Hier gab es mehrere Maueropfer: als Flüchtlinge Peter Fechter und Burkhard Niering, die von Grenzsoldaten der DDR erschossen wurden, sowie als Grenzsoldat Reinhold Huhn, der von einem Fluchthelfer nur wenige 100 Meter entfernt erschossen wurde.  

Informationstafeln erinnern an die Mauer und den Kontrollpunkt. Die Souvenierverkäufer erinnern mich allerdings mehr an Walt Disney, als an einen geschichtsträchtigen Ort.

11 Der Potsdamer Platz. Heute stehen hier Berlins Wolkenkratzer: der Kohlhoff-Tower (rotbraun), das Sony-Center (Glasfassade) und das Beisheim Center (2 Gebäude, helle Fassade). Vor dem Mauerfall sah es hier anders aus: Tristesse pur, die Frontmauer und der hier besonders breite Sperrstreifen.  

Die neue Bebauung ist natürlich von hoher wirtschaftlicher Bedeutung für Berlin; dem Stadtklima haben sie allerdings nicht gerade gut getan. An der Häufung der extrem heißen Berliner Hochsommertage in den letzten Jahren dürfte die Bebauung am Potsdamer Platz ihren Anzteil haben.

12,
13
Das Holocaust-Mahnmal, Denkmal für die ermordeten Juden, an der Ebertstraße. Es liegt auf dem ehemaligen Sperrstreifen. Direkt an der Ebertstraße (12) ist die Höhe der Säulen sehr gering, in der Mitte (13) erreichen sie 5 m Höhe und mehr.

 

Teil 2: Vom Brandenburger Tor bis zum Nordbahnhof

Links: 

Die Berliner Mauer auf Berlin.de 

Die Berliner Mauer – Webpage der Livemap GmbH 

Liste der Opfer an der Berliner Mauer bei „Chronik der Mauer“ 

„Berliner Grenzübergänge“ – Artikel bei Wikipedia 

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