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Eine Woche Wismar

12.10.2014

Wieder einmal habe ich eine Woche Herbsturlaub gemacht. Wegen der großen Vielfalt an Vögeln, für die die Wismarbucht berühmt sein soll, hatte ich mir Wismar als Ziel auserkoren. Diese alte Hansestadt hatte ich vorher (von Durchreisen abgesehen) noch nicht besucht.

Nachfolgend stelle ich eine Auswahl meiner Fotos vor.

 

Wismar

 

Wismar hat sehr viel Charme. Seine historische Altstadt ist im 2. Weltkrieg zu großen Teilen verschont geblieben. An den wenigen, noch nicht restaurierten Häusern im historsichen Stadtkern kann man nachvollziehen, dass Wismar wie so viele andere historische Städte getreu dem Motto „Ruinen schaffen ohne Waffen“ zu DDR-Zeiten herunter gekommen ist. Aber in Wismar ist seit 1990 sehr viel geschehen, und die Rekonstruktion des historischen Stadtkerns ist auf jeden Fall ein voller Erfolg.

Einziger Kritikpunkt:

Unverständlich, dass man den zentralen Marktplatz mit einer Größe von (ich schätze mal) zwei Hektar nahezu komplett zupflastert, von zwei alten Bäumen abgesehen, ohne jedes Grün. Die Folge dürfte unerträgliche Hitze und Trockenheit im Hochsommer sein. Ähnliches habe ich mal im Hochsommer in Bad Frankenhausen erlebt; kein Mensch hielt sich da auf, so unerträglich war es dort – aus dem gleichen Grund.

Die Marienkirche und die Georgenkirche waren allerdings im 2. Weltkrieg schwer beschädigt worden. Auch in Wismar gab es einen einen SED-Provinzfürsten, der glaubte in vorauseilendem Gehorsam die Marienkirche vollständig dem Erdboden gleich machen zu müssen, was ihm aber nicht gelungen ist. Der Turm blieb stehen und ist heute als Mahnmal für die blindwütige Kulturbarbarei der SED-Diktatur in den 50’er Jahren rekonstruiert. Auf der Fläche des ehemaligen Kirchenschiffes sind all die Fundamente der Säulen wieder aufgemauert, so dass man heute die Lage der Säulen und die Größe des Schiffes nachvollziehen kann. Die Georgenkirche wurde nicht gesprengt und in den 90’er Jahren rekonstruiert. Die Nikolaikirche war im 2. Weltkrieg nicht beschädigt worden und befindet sich – bei noch laufenden Rekonstruktionsarbeiten – in gutem Zustand.

 

 

Boiensdorfer Werder

 

Am 05.10. machte ich meinen ersten Radausflug zum Boiensdorfer Werder. Das ist eine kleine Halbinsel, nordöstlich von Poel gelegen. Angezogen hat mich dabei der Vogelbeobachtungstipp für das NSG Rustwerder in der Literatur. Auch auf dem Weg dahin hatte ich natürlich schon ein paar Aufnahmen gemacht.

 

 

Poel

 

Poel ist eine kleine Ostseeinsel nordöstlich von Wismar. Im Norden ist ihr noch das kleine Inselchen Langenwerder vorgelagert. Poel ist über den Poeldamm, einem Straßendamm mit einer kurzen Brücke, mit dem Festland verbunden. Der Wasserstreifen zwischen der Insel und dem Festland (Breitling und Zaufe) ist nur sehr flach und, von kleinen Sportbooten abgesehen, nicht schiffbar. Am 08.10.2014 hatte ich einen Ausflug nach Poel gemacht und bin dabei auf dem Poeldamm sogleich von einem Seeadler begrüßt worden 🙂

An der Nordwestküste Poels, zur offenen Ostsee hin, war ein mehrere hundert Meter breiter Streifen des Meeresbodens entlang des Ufers trocken gefallen. Dort ist das Wasser offenbar sehr flach, und der seit Tagen anhaltende Südwind, der das Ostseewasser in den finnischen und botnischen Meerbusen gedrückt hat, hat diesen Streifen trockengelegt. Man spricht von einem Windwatt. Natürlich ist nicht alles trocken, es gibt verbliebene Pfützen und Priele, wie im Wattenmeer an der Nordsee auch.

 

 

Auf Nandupirsch

 

Nandus sind südamerikanische Laufvögel, die in Europa als Nutztiere gehalten werden. Im Jahr 2000 hat ein Landwirt in Groß Grönau wohl seine Nandus ziemlich schlampig gehalten, jedenfalls sollen sechs Nandus ausgebüchst sein und über die damals zugefrorene Wakenitz nach Mecklenburg gewandert sein. Dort, in der Gegend um Schattin (Gemeinde Lüdersdorf) und Utecht am Ratzeburger See hat sich mittlerweile eine beachtliche Population entwickelt; die letzte Zahl, die ich gelesen habe, war über 300 Individuen. Die Nandus ernähren sich deutlich überwiegend pflanzlich und tun sich dabei an den Nutzpflanzen der heimischen Bauern gütlich. Natürliche Feinde haben sie nicht. Sie erregen aber immer wieder das Interesse von Leuten wie mir und anderen, die sich die Chance, diese Exoten zu beobachten, nicht entgehen lassen.

Am 09.10.2014 war ich also in der Gegend unterwegs, mit dem Ziel, die Nandus erneut zu beobachten. Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatte ich schon einmal die Gelegenheit. Nandus machen auf mich immer einen fröhlichen und liebenswerten Eindruck, weshalb Ihr Anblick immer Freunde bei mir auslöst.

In Utecht hatte ich diesmal auch noch das Glück, ein paar Fasane beobachten zu können.

 

 

Ausflug nach Bad Wendorf und Zierow

 

Bad Wendorf liegt am linken Ufer der Wismarbucht und ist sozusagen das Ostseebad von Wismar. Allerdings, die typische Ostseebäder-Architektur kann es nicht aufweisen. Auch hier war ein Streifen des Seebodens trockengefallen, infolge des anhaltenden Südwindes.

Die Fahrt am 10.10.2014 führte mich an der Rückseite der Mathias-Thesen-Werft entlang nach Bad Wendorf, von dort unmittelbar entlang der Küste bis Hoben und dann nach Fliemsdorf, Zierow und schließlich bis zum Strand in Zierow.

Gerade knapp nördlich von Bad Wendorf gab es dabei wieder eine Menge Wasservögel zu beobachten. Diesmal sind mir auch ein paar bessere Fotos der Pfeifenten gelungen.Individuen. Die Nandus ernähren sich deutlich überwiegend pflanzlich und tun sich dabei an den Nutzpflanzen der heimischen Bauern gütlich. Natürliche Feinde haben sie nicht. Sie erregen aber immer wieder das Interesse von Leuten wie mir und anderen, die sich die Chance, diese Exoten zu beobachten, nicht entgehen lassen.

 

 

Am Abreisetag: Park der Solidarität in Wismar

 

 

 

Homepage der Hansestadt Wismar

 

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