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Aug 04 2017

Diesel-Skandal ohne Ende

War da was ? Haben sich da gerade die Spitzen der drei größten deutschen Autokonzerne und der Chef der Verbandes der Automoblil-Industrie (ex-Bundesverkehrsminister Wissmann) mit den Spitzen aus der Politik getroffen, um über Lösungen zum Diesel-Skandal zu beraten ?

Und was ist bei herausgekommen ?

Juhu, wir machen ein Software-Update. Kostet 50 … 100 € pro Wagen. Bringt knapp eine Hand voll Prozent Stickoxid-Einsparung. Jubel Jubel.

Die deutsche Automobilindustrie hat mit ihrer Geheimkrämerei und einer betrügerischen Motorsteuerung, die dafür sorgt, dass auf dem Prüfstand die Grenzwerte eingehalten werden, im realen Betriebseinsatz jedoch um ein Vielfaches überschritten werden, ihre Kunden, die Kfz.-Käufer, sowie die Öffentlichkeit über zehn oder mehr Jahre betrogen. Und die Politik hat mitgemacht, in dem sie Testbedingungen freigegeben hat, die mit dem Realbetrieb nichts zu tun haben.

Gelackmeiert sind wir alle. Weil unsere Luft in den Städten immer intensiver von Stickoxiden vergiftet wird. Und weil den Autokäufern Eigenschaften zugesichert wurden, die bezüglich des Schadstoffausstoßes im Realbetrieb nicht mal annähernd eingehalten werden.

Wozu diente das alles ? Zur Stickoxidreinigung wäre in jedem dieselgetriebenen Kraftfahrzeug ein SCR-Katalysator erforderlich, der mit Hilfe einer Harnstofflösung (in Deutschland wird dafür die Markenbezeichnung „AdBlue“ verwendet), die Stickoxide in Wasser und Stickstoff, welcher natürlich zu ca. 70 … 80 % in der Luft enthalten ist, umgewandelt. Sowohl der SCR-Katalysator kostet Geld (für PKW werden ca. 3000 € genannt) als auch entstehen durch den Verbrauch der Harnstofflösung zusätzliche Betriebkosten. Damit wäre ein Diesel-PKW in der Anschaffung und im Betrieb deutlich teurer und wohl zum Benziner nicht mehr konkurrenzfähig. Das heißt, der Betrug mit dem Stickoxidausstoß wurde von der Autoindustrie vorsätzlich und deswegen auch geheimniskrämerisch gemacht, um den Dieselwagen marktfähig zu machen.

Fazit: Das jahrelange betrügerische Missmanagement der Autoindustrie ist jetzt endlich ans Tageslicht gekommen (dank der Amerikaner), und die Missmanager tun so, als ginge es immer weiter so, als hätten sie weiter das Recht, unsere Stadtluft zu vergiften. Und die Politik taumelt von einer Ohnmacht zur nächsten.

Einige Lokalpolitiker bringen jetzt (endlich) Fahrverbote für die Dreckschleudern ins Gespräch, doch auch hier sind zunächst erst einmal die Fahrzeughalter die Dummen. Völlig zu Recht werden Bedenken angemeldet, dass z. B. Kleinunternehmer durch solche Fahrverbote ruiniert würden. Auch für Privatpersonen wäre der Schaden immens.

Vorhin habe ich im MDR-Fernsehen einen Beitrag gesehen, bei dem ein MAN-Bus der Dresdener Verkehrsbetriebe bei der Fahrt im Stadtverkehr bezüglich des Stickoxid-Ausstoßes getestet wurde. Fazit: Er stößt genauso viel aus, wie ein Mittelklasse-PKW. Pro Fahrzeuginsasse aber nur 1/25 oder 1/50 des Mittelklasse-PKW. Der Bus war mit SCR-Filter ausgestattet, und der Harnstofftank war gefüllt. Das beweist also, dass das Problem technisch gelöst ist. Hier der Link zu dem Beitrag beim MDR-Fernsehen.

Unter diesen Umständen wäre es nur gerecht, allen ohne SCR-Filter ausgestatten Dieselfahrzeuge sofort die Zulassung zu entziehen und allen Fahrzeugeigentümern ein zu Lasten der Industrie finanzierten gleichwertigen Ersatzwagen zu übereignen (natürlich im Tausch gegen die Dreckschleuder). Und die Dreckschleudern – ebenfalls zu Lasten der Industrie – sofort verschrotten zu lassen; nicht dass sie noch jahrelang die Luft in Afrika oder sonst wo auf der Erde vergiften können.

Und was die deutschen Arbeitsplätze betrifft: Hier hilft wirklich nur eine komplette Umorientierung auf umweltfreundliche Antriebstechniken. Auch dort werden Fachleute gebraucht. Diese Umorientierung ist aber in der deutschen Autoindustrie dank unserer klugen Manager so gründlich verpennt worden, dass der technologische Vorsprung anderer Länder wie z. B. Japan oder USA auf Jahre nicht einzuholen ist.

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